Verhandeln!


Raimund Löw
Vorwort | aus FALTER 44/07 vom 31.10.2007

KOMMENTAR Irgendwann kommt der Zeitpunkt, wo man mit Terroristen reden muss. Demnächst sind Spanien und die Türkei damit dran.

Der türkische Konservative Recep Erdogan und Spaniens sozialistischer Premierminister José Luis Zapatero haben politisch nicht sehr viel gemeinsam. Trotzdem stecken sie in einem vergleichbaren Dilemma. Weil die baskische Untergrundorganisation ETA ihre Anschläge wieder aufgenommen hat, ist die gesamte frühere Verhandlungsstrategie der Madrider Linksregierung in Verruf geraten. In Ankara muss sich die regierende islamische Partei von den Militärs und einer aufgewühlten Öffentlichkeit vorwerfen lassen, erst ihre Konzessionen an die Kurden hätten die Wiederauferstehung der PKK ermöglicht. Im türkisch-irakischen Grenzgebiet stehen Zehntausende türkische Soldaten zum Einmarsch bereit, weil die kurdischen Kommandos von irakischem Gebiet aus operieren. José Luis Zapatero wiederum könnten die Terroranschläge der ETA den Sieg bei den Parlamentswahlen 2008

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