Bin ich lästig, Schätzle?

Politik | Franz-Joseph Huainigg | aus FALTER 44/07 vom 31.10.2007

ESSAY Wann müssen wir sterben? Ein Arzt nahm meine Frau zur Seite und fragte, ob ich überhaupt noch leben will. Warum Sterbehilfe verboten bleiben muss.

Sonntagmorgen serviert Claudia Stöckl auf Ö3 heißen Kaffee, Kipferl und eine Portion Gefühle. Was liegt näher, als den siebzigjährigen Altbundeskanzler Franz Vranitzky anlässlich seines siebzigsten Geburtstages nach dem Ende seines erfolgreichen Lebens zu fragen. Vranitzky darauf: "Ich gehe in ein Pflegeheim. Ich möchte niemandem zur Last fallen." Der behinderte Radiohörer verschluckt sich bei diesen Worten an der pürierten Frühstückssemmel, die ihm seine Frau löffelweise in den Mund schiebt. "Falle ich dir auch zur Last?", frage ich mit schlechtem Gewissen. "Ab und zu bist du schon lästig", lächelt meine Frau Judit, "aber ich bin froh, dass wir heute gemeinsam frühstücken können." Meine fünfjährige Tochter Katharina nickt und lächelt: "Papa, soll ich dir Wasser nachfüllen?" Sie öffnet den Behälter der Beatmungsmaschine


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