Die Möglichkeit eines Thrillers

Kultur | Joachim Schätz | aus FALTER 44/07 vom 31.10.2007

FILM Mit "Gefahr und Begierde" treibt Ang Lee seine Neigung zur pedantischen Ausführlichkeit auf die Spitze: Ist das zweieinhalbstündige Ergebnis ein Meisterwerk oder einfach nur fad?

Schon die erste Szene spottet jeder handelsüblichen Spannungsökonomie: Da sitzt im japanisch besetzten Schanghai der frühen Vierziger eine Handvoll Damen der besseren Gesellschaft am Tisch, spielt Mahjong und tratscht minutenlang. Erst allmählich schälen sich aus den diversen Gesprächsfetzen und Blickachsen einzelne Charaktere heraus: Hausherrin Frau Yee (Joan Chen), die Gattin eines hochrangigen Beamten im Dienste der Besatzer, und die junge Mak Tai Tai (Wei Tang, eine hervorragende Neuentdeckung), die ihr im Haus Gesellschaft leistet. Mak muss plötzlich weg, zu "einem wichtigen Termin": Sie lässt sich zu einem Nobelcafé chauffieren - und setzt dort telefonisch ein Killerkommando des kommunistischen Widerstands in Gang.

Was folgt, ist eine weitere Verzögerung: Lee zeigt nicht das geplante Attentat,


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