Musica musicarum

Kultur | Carsten Fastner | aus FALTER 44/07 vom 31.10.2007

MUSIK Luciano Berios "Sequenze" sind theatralische Instrumentalstücke. Bei Wien Modern und auf einer neuen CD kann man sie exemplarisch hören.

Incipit sequentia sequentiarum, quae est musica musicarum secundum Lucianum." Im Nachhinein verfasste der italienische Dichter Edoardo Sanguineti kurze Verse zu jeder der 14 "Sequenze" Luciano Berios und stellte ihnen allen diese lateinische Zeile voran: "Es beginnt die Sequenz der Sequenzen, die die Musik aller Musik ist - laut Luciano."

Sanguinetis augenzwinkernde Relativierung wäre nicht wirklich notwendig gewesen, denn gar so sehr hat er mit seiner feierlichen Ankündigung nicht übertrieben: Mögen die jeweils rund zehnminütigen Solostücke auch nicht die "Musik aller Musik" sein, so sind sie doch einer der wichtigsten Beiträge des 20. Jahrhunderts zur Erweiterung instrumentaler Spielpraktiken - und ganz sicher der musikalischste. Entstanden nicht als geplanter Zyklus, sondern als offene, durch Berios Tod 2003 nach 14 Folgen beendete Werkreihe,


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