Falling Towers


Klaus Nüchtern
Kultur | aus FALTER 44/07 vom 31.10.2007

Literatur Mit Don DeLillo nähert sich der nächste amerikanische Großschriftsteller einem großen Thema: "Falling Man" hat zum Anschlag auf das World Trade Center allerdings erstaunlich wenig zu sagen.

Die Eulen der Minerva beginnen ihren Flug bekanntlich in der Dämmerung, und auch die Literatur unterwirft sich nicht journalistischen Aktualitätsforderungen, sodass die 9/11-Romane erst im Lauf der Jahre auf den Markt kamen. Am schnellsten war denn auch der schlechteste: Frédéric Beigbeder, ein ehemaliger Werbefuzzi, der dank der Skandalisierung seines Debüts "39,90" und dem Segen von Michel Houellebecq als Schriftsteller durchging, setzte einen Vater und dessen Söhne bereits 2003 ins WTC-Luxusrestaurant Windows of the World, um genau jenen Mix an Effekthascherei, Sinnsuche und narzisstischer Selbstreflexion zu liefern, den man von ihm erwarten durfte. Wesentlich interessanter war der ein Jahr später im englischen Original erschienene "Atlas für verschollene Liebende" des aus Pakistan

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