Auf dem Prüfstand

Vorwort | Michael Gehler | aus FALTER 45/07 vom 07.11.2007

Kommentar Österreich bewirbt sich für einen Sitz im UN-Sicherheitsrat. Eine Chance, sich international neu zu positionieren.

Im Jahr 1994 gelang der Durchbruch in den EU-Beitrittsverhandlungen. Außenminister Alois Mock gab Europa-Staatssekretärin Brigitte Ederer das legendäre "Busserl" - die Öffentlichkeit war gerührt ob der großkoalitionären Eintracht. Das Bild täuschte. Eifersucht und Streit kennzeichneten die Situation bei der Außenvertretung. Der Konflikt eskalierte auf Korfu, als der Beitrittsvertrag unterzeichnet wurde: Für den eigens angereisten "HBP" war kein Stuhl mehr frei, was Mock gegen Kanzler Franz Vranitzky aufbrachte. Der Außenminister hatte sich im Vorfeld geweigert, Ederer mitunterzeichnen zu lassen. Dafür durfte es ein unbekannter BKA-Sektionsleiter, Ulrich Stacher, um den Proporz Vranitzky-Stacher (SPÖ) und Mock-Botschafter Manfred Scheich (ÖVP) zu wahren. Die Beziehungen der beiden Großparteien zueinander spiegelten Österreichs Verhältnis zur EU wider.


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