Kommentar

brut: Koproduktionshaus, zu was?

Wolfgang Kralicek | Kultur | aus FALTER 45/07 vom 07.11.2007

Neue Theater in Wien gehen bei der Namensgebung fast schon so kreativ vor wie Friseure. Nachdem es schon lange niemanden mehr wundert, wenn er sich in Geschäften den Kopf waschen lässt, die alberne Namen wie Schnittstelle oder Kamm in tragen, grassiert jetzt auch unter Theatermachern der Originalitätszwang. Aus der sachlich Gruppe 80 genannten Bühne wurde das Tag (für Theater an der Gumpendorfer Straße), und dietheater heißt jetzt brut. Damit ist den neuen Chefs der Bühnen im Künstlerhaus und im Konzerthaus das Kunststück geglückt, sich einen Namen zu geben, bei dem man nicht einmal weiß, wie man ihn aussprechen soll. Chapeau!

Aber letztlich ist es natürlich völlig egal, was auf einem Theater draufsteht, solange sie einem dort anständig die Haare schneiden, um in der Friseursprache zu bleiben. Und mit brut eröffnet am kommenden Wochenende nicht irgendein Theater, sondern Wiens erstes "Koproduktionshaus" (siehe dazu auch den Artikel auf Seite 24). Gut und schön, werden Sie

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