Buch der Stunde

Zwischentöne

Kultur | Christian Eigner | aus FALTER 45/07 vom 07.11.2007

In seinen fast zwanzig Jahren als Vorsitzender der US-Notenbank war Alan Greenspan für seine kryptischen Statements zur Zins- und Wirtschaftsentwicklung berühmt. In seiner Autobiografie ist er erstaunlich direkt: Bill Clinton war für ihn neben Richard Nixon der mit Abstand intelligenteste Präsident, den er kennen lernte. Und er erzählt von seiner Zeit als junger Jazzer, in der er mit späteren Größen wie Stan Getz in einem Ensemble spielte. Und doch: Je länger man in "Mein Leben für die Wirtschaft" liest, desto deutlicher wird auch, dass diese Direktheit dann doch wieder zurückgenommen wird. Denn nur so nebenbei erwähnt er etwa, dass die große Deregulierungswelle in den USA bereits mit Gerald Ford, also in den Jahren 1974/75, begann und nicht erst unter Ronald Reagan. So wird also en passant das gängige Bild der Anfänge des Neoliberalismus korrigiert.

Ähnlich unspektakulär streut Greenspan auch ein, dass wir zu wenig über die Zeit nach der Abschwächung der Globalisierungsdynamik


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