"Istanbul gibt es nicht"

Kultur | Erich Klein / Istanbul | aus FALTER 45/07 vom 07.11.2007

LITERATUR Elif Shafak, Shootingstar der türkischen Literatur, glaubt an die Vereinbarkeit von Islam und Demokratie und an die versöhnende Macht ihrer Heimatstadt Istanbul. Andere sehen das skeptischer.

Mit der Türkei assoziiert man üblicherweise Kurden- und Zypernfrage, schwierige EU-Beitrittsverhandlungen und eine gemäßigte islamische Regierungspartei. Bis zur Verleihung des Nobelpreises an Orhan Pamuk im vorigen Jahr war türkische Literatur wenig bekannt - sieht man von Yassar Kemal oder dem Lyriker Nazim Hikmet ab.

In Ankara, seit 1923 Hauptstadt des Landes, lebt der vielleicht beste türkische Prosaautor - Hasan Ali Toptas. "Der Frisör hob einen Augenblick lang die Scherenspitze hoch in die Luft wie ein Glas, als ob er mir zuprosten wollte, und rief:, Einen schönen guten Morgen.'" Acht Monate, sagt der 49-jährige, ehemalige Gerichtsvollzieher und Finanzbeamte, habe er über dem ersten Satz seines Romans "Die Schattenlosen" gegrübelt, der vom Formverlust einer dörflichen Gesellschaft


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