Stadtrand

Punschhütte 2.0

Stadtleben | aus FALTER 45/07 vom 07.11.2007

Das war aufgelegt: Wiens Innenstadtbezirksvorsteherin präsentiert einen neuen Typ Punschhütte, den sich ein paar Studierende der Angewandten ausgedacht haben und der demnächst als Prototyp in vierfacher Ausführung auf Plätzen der Inneren Stadt zu sehen sein wird - und schon kreischt das Punschvolk aufgeregt. Der Boulevard lässt seine Leser ätzen und abstimmen, spricht von "Designer-Standln" und fordert, man möge doch, bitte schön, den Almhüttenstil beibehalten. Nun ist es tatsächlich nicht leicht, sich Weihnachtskitsch, Budenzauber und süßen Punsch im Zusammenhang mit zeitgenössischem Design vorzustellen. Die neuen Holzboxen mit Lichtband und Planendach sind auch nicht der Coolness letzter Schluss. Aber immerhin ein Versuch. Und wenn die Punschhütten 2.0 erst einmal getuned und geschmückt sind, wenn Tannenreisig, Christbaumkugeln, Elektrokerzen und Engelshaar daran befestigt sind (Pimp my Punschbude!), werden auch Zweifler zur Einsicht kommen. Spätestens nach dem dritten Becher mit Schuss sieht auch die neue Hütte aus wie jede andere. Nämlich einfach nur wurscht. C. W.


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