Spielplan

Kultur | Hermann Götz | aus FALTER 45/07 vom 07.11.2007

Steirischer herbst ist schon lange nicht mehr. Jetzt also wieder Alltag. Theater im Keller. Autorentheater. In der Regie von Alfred Haidacher kam Günter Eichbergers "Ferienmörder" zur Uraufführung (bis 24.11.). "Ferienmörder" hat etwas Beiläufiges an sich, die Figuren reflektieren ihr Dasein als Protagonisten eines Theaterabends, ihr Ausgesetztsein im Stück. Sie entwerfen Möglichkeiten für einen Tag am Strand, der nicht viel bietet außer Langeweile oder Amoklauf. Mit beidem kokettiert Eichberger ein kurzes Drama lang, lässt sich aber doch nicht darauf ein. Zum Glück. Die Fadesse sucht ein Karikaturenpärchen zu vertreiben (er Säufer, sie Nymphomanin), ein Chor der Feriengäste übt sich ebenfalls in dramaturgischer Selbstreflexion, dazwischen spitze Sprüche, die von Handke sein könnten. Aber auch auf die wollte sich der Autor nicht ein-oder verlassen. Zum Glück. Ulli Emmer, Alfred Haidacher, Alexander Kropsch, Bernd Sracnik und Eva Weutz versuchen mit unterschiedlichem Erfolg den Text zu beleben und haben ihn damit gründlich missverstanden. Auch das zum Glück - zumindest für die Zuseher.


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