In Zuhausistan

Matthias Revers | Politik | aus FALTER 46/07 vom 14.11.2007

MIGRATION Zwischen fünfzig und achtzig Prozent der Grazer Kurden stammen aus der zentralanatolischen Stadt Konya. Die Geschichte einer Ketten-Einwanderung.

Fatih* sitzt auf einem Polster im Lokal Serdivan am Griesplatz, nippt an seinem Hagebuttentee und zieht kräftig an der Wasserpfeife. "Ich habe mir in beiden Welten emotional etwas aufgebaut", sagt er, während eine Rauchschwade aus seinem Mund strömt, "ich bin Österreicher, Kurde und Türke". Fatih, seine Mutter und fünf Geschwister haben 1992 die zentralanatolische Stadt Konya, Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, verlassen, um dem Vater nach Graz zu folgen. Fatihs Vater hatte in Konya viele geschäftliche Kontakte und wirkte für viele zuhause als Vorbild, auch nach Graz zu kommen. Der 31-jährige Fatih ist Unternehmer und kennt in Graz mittlerweile mehr Menschen aus Konya als in seiner Heimat.

Türken sind in Graz die drittgrößte Migrantengruppe nach Personen aus Bosnien und Herzegowina und Kroatien. Von den 3367 im Jahr 2006

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