Beim Barte des Poeten

Herwig G. Höller | Kultur | aus FALTER 46/07 vom 14.11.2007

LITERATUR Der neue Grazer Stadtschreiber setzt auf unerwartete Literaturperformances und will sich vor allem mit seiner inneren Welt beschäftigen.

In seiner ukrainischen Heimat geht es politisch dieser Tage wieder einmal heiß her. Doch der neue Grazer Stadtschreiber Nazar Honcar meint lapidar: "Es wäre besser, wenn Politik keine Impulse für Literatur gibt. Wenn alles in Ordnung ist und funktioniert." Aber selbst in den späten Achtzigerjahren, während der Perestrojka, als insbesondere in seiner Heimatstadt L'viv, früher Lemberg, die Unabhängigkeit der Ukraine und damit das Ende der Sowjetunion miteingeleitet wurde, hatte der junge Dichter seine Prioritäten: "Die Zeit war zwar interessant, es war aber wichtiger, eine neue Stilistik zu finden."

Honcar entspricht mit dieser Einstellung so gar nicht den Klischees des zeitgenössischen westukrainischen Schriftstellers, der sich fortwährend mit historisch-geopolitischen Fragestellungen beschäftigt, Nostalgien für eine gute, alte k. u.

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