Neues Buch

Anthologie

Wolfgang Kühnelt | Kultur | aus FALTER 46/07 vom 14.11.2007

Halbwegs zum Himmel. 10 Jahre Internationales Haus der Autoren Graz

73 Autorinnen und Autoren, speziell aus Ost- und Südosteuropa, aber auch aus Nigeria, Estland, Kuba, Irland oder der Schweiz, waren im Laufe der letzten zehn Jahre Mitbewohner im "Internationalen Haus der Autoren" am Grazer Schloßberg. Um das Jubiläum zu feiern, versammelt "Halbwegs zum Himmel" Texte all dieser Damen und Herren sowie Geleitwörter von Politikern und Kooperationspartnern. Zu den bekanntesten Beitragsgebern gehören Carlos Aguilera, Walter Grond, Angela Krauss, Ilma Rakusa und die früheren Stadtschreiber Dzevad Karahasan und Maruša Krese. Manche Texte haben einen starken Bezug zu Graz, andere wieder sind kürzestmögliche Einblicke in das generelle Schaffen der Autoren. Gedichte stehen neben Essays, Theaterfragmente neben Erzählungen. Das Buch weist nicht, wie am Umschlag angekündigt, "einen Weg durch das Labyrinth der Gegenwartsliteratur", sondern macht dieses sogar noch komplexer. Genau darin, in seiner Fülle und im Fehlen eines zwanghaften roten Fadens, liegt das Verdienst des Sammelbandes. Zu den berührendsten Stellen zählen die Geschichte einer Bohnensuppe von Muhidin Saric, die Erinnerungen an das Graz des Großvaters von Oksana Sabuschko oder die Beschreibung der Mutter von Nadja Klinger. Die deutliche Differenz zwischen dem hier dargelegten Fremdbild und dem Selbstbild einer Stadt, das die Einheimischen in sich tragen, macht dieses Buch so lesenswert.

Leykam 2007, 532 Seiten. Buchpräsentation am 22. 11. um 19.30 Uhr im Kulturzentrum bei den Minoriten


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