Knecht

Ich bin noch auf Bewährung

Politik | aus FALTER 46/07 vom 14.11.2007

Die Breussin ruft an; ich hebe ab und sage, Breussin, tut mir leid, ich kann grad gar nicht. Das ist untertrieben. Tatsächlich passiert gerade Folgendes gleichzeitig: Das Mädchenmimi, das mit dem Langen im stecken gebliebenen Lift gefangen ist, will mit einem Strohhalm durchs Gitter mit Saft gefüttert werden, die erste der drei eingeladenen Freundinnen hat gerade meine Küche betreten und ist zur Begrüßung spontan in Tränen ausgebrochen, die zweite Freundin begehrt unten an der Haustür Einlass, die Zwiebeln von den Kässpätzle sind am Herd gerade in ihrer kritischen Phase, und der Mann von der Liftfirma ruft, unmittelbar nachdem ich der Breussin aufgelegt habe, nochmal an, um sich zu erkundigen, ob der Techniker schon da ist.

Zum Glück sind nicht alle Abende so. An anderen Abenden werde ich einfach ganz normal von Theaternerds beschimpft. Das ist in Ordnung: Niemand lässt sich gern auf seinem Lieblingsblümchen herumtrampeln. Wenngleich ich die Worte des Kollegen T., er gehe jedes


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