Fernsehen

Julia Ortner | Medien | aus FALTER 46/07 vom 14.11.2007

Die Pension, ein fremdes Land für den Menschen, dem die Arbeit alles ist. Dafür hat man Verständnis. Wenn die Pensionskrise nicht so schwülstig daherkommt wie jene von Hauptkommissar Bruno Ehrlicher (Peter Sodann), der jetzt seinen "Tatort"-Abgang zelebrierte. Bei der letzten Folge mit dem Leipziger Bullen und seinem Kollegen Kain (Bernd Michael Lade) gab's nur mehr depressives Gegrummel, fatalistisches Gerede, und alle hatten dauernd feuchte Augen. Ehrlicher, der Ossi-Brummbär, war ein Abklatsch seiner selbst. Der letzte Fall, eine schlimme Tränendrüsenliebesgeschichte - Kain liebt Mörderin, die den Bösewicht natürlich nur durch blöden Zufall abmurkste -, stellte die alte Frage nach "Recht oder Gerechtigkeit". Und wir wissen ohnehin alle, dass das nicht immer ein und dasselbe ist. Ehrlicher schlurfte in den Ruhestand, Kain kündigte bei der Polizei. Man hatte den Eindruck, dass Sodann den "Tatort"-Machern mit der Abschiedsfolge reindrücken wollte, wie scheiße er es findet, in TV-Pension geschickt zu werden. Macht nichts, der elegant düstere Schwedenkrimi "Kommissar Beck" (So, ZDF, 22 Uhr) ist eh spannender.


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