Buch der Stunde

Spiel der Begierde

Sebastian Fasthuber | Kultur | aus FALTER 46/07 vom 14.11.2007

Ein Mann wird bei einem Privatdetektiv vorstellig. Er gibt an, kein typischer Klient zu sein, der seine Frau der Untreue verdächtigt, sondern stellt sich als Autor vor. Er habe vor, einen Roman zu schreiben, dessen Held, ein Privatdetektiv, eine untreue Ehefrau beschatten soll, und erhoffe sich Informationen aus erster Hand, um diese für sein Buch zu nutzen. Genau dieses Buch scheint der Leser mit "Der Fall untreue Klára" des tschechischen Autors Michal Viewegh in Händen zu halten. Viewegh, wie der Autor seines Romans in seiner Heimat ein Bestsellerautor, lässt in dem raffiniert gebauten Text ein Alter Ego namens Norbert Cerny langsam den Verstand verlieren. Denn Cerny - der Detektiv und der Leser haben es schnell bemerkt - recherchiert zwar schon für ein Romanprojekt; in erster Linie aber ist der 40-Jährige eben doch nur ein weiterer typischer Klient der Detektei von Denis Pravda (zu deutsch: Wahrheit) und unglaublich eifersüchtig, was seine 20-jährige Freundin Klára betrifft.

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