Kritik kurz

Kultur | aus FALTER 46/07 vom 14.11.2007

Geliebte Jane Es ist eine allgemein anerkannte Wahrheit, dass ein literarisches Ruvre von Weltrang nichts dringender bedarf als den dahinter zu entdeckenden Menschen. Jane Austen hinter ihren nur sechs Romanen auch als moderne Frau des frühen 19. Jahrhunderts zu erforschen ist seit fast 200 Jahren Wunsch und Aufgabe zahlreicher passionierter Exegeten. Ähnlich dem kanonisierten Werk der Schwestern Brontë bietet die literarische Hinterlassenschaft der Pfarrerstochter tatsächlich genug Stoff, um ein Bild der Autorin zu formen, das in Teilen jenem ihrer Heldinnen entspricht: der widerspenstigen Emma Woodhouse, der liebenswürdigen Elizabeth Bennett oder der stolzen Anne Elliot. Nun versucht die britische Produktion "Geliebte Jane" (im Original: "Becoming Jane") aus einer frühen, unglücklich endenden Liebe Austens (Anne Hathaway) zu einem irischen Jurastudenten (James McAvoy) nicht nur die Nachfrage nach der "wahren" Jane Austen zu bedienen, sondern auch aus den erfolgreichen Austen-Verfilmungen

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