Stadtleben

Stadtleben | aus FALTER 46/07 vom 14.11.2007

Sex

Mutterglück Frau P. kettete sich in lasziver Unterwäsche mit Handschellen an ihr Bett, um ihren Geliebten zu überraschen. Ihr unterlief der Slapstickkapitalfehler, und sie bemerkte erst beim "Klack", dass der Schlüssel außer Reichweite war. Sie harrte der Dinge. Endlich hörte sie die Haustür gehen. Ihr Teenagerbub stand in der Tür und erkundigte sich nach dem Tassenbestand ihres Schrankes. Vermeintlich schadenbegrenzend begann sie zu behaupten, ihr wären am Markt Orangen in den Korb gekullert, man hätte die Polizei geholt, die wiederum ungerechterweise einen Hausarrest inklusive Verwahrung am Schlafzimmerbett über sie verhängt hätte. Der Teenager erwiderte ungerührt, hinsichtlich ihres Strapsaufzugs wurde wohl auch strafverschärft demütigende Kleidung für sie verordnet. Daher müsste das schon ein gröberer Diebstahl gewesen sein. In Relation zum Ausmaß ihrer Erscheinung wahrscheinlich so was wie die Saliera. Er entschwand in sein Zimmer. Sie bat nicht um den Schlüssel und blieb liegen.

Heidi List

Fussball

Gott ist kein Kärntner Das glanzlose 1:0 der Wiener gegen die Kärntner Austria hat zwar Rapid die Tabellenführung gekostet, dafür aber auch Kärnten tiefer in die Abstiegszone geführt. Das Team ist Vorletzter und liegt nur noch vier Punkte vor Innsbruck - wobei es bei denen eher aufwärts geht. Sollten die Klagenfurter tatsächlich absteigen, wäre das schon eine sehr schöne Pointe. Wir erinnern uns: Austria Kärnten ist eine Idee von Landeshauptmann Jörg Haider, der im neuen EM-Stadion eine Erstligamannschaft spielen sehen wollte; mit Kelag-Millionen wurde den bundesligamüden Paschingern die Lizenz und die halbe Mannschaft abgekauft. Doch statt eines Europacup-Platzes droht jetzt die Red Zac Liga. Kärnten-Torwart Andreas Schranz hat für das Desaster nur eine Erklärung: "Will uns der Herrgott bestrafen?" Man könnte es ihm nicht verdenken.

Wolfgang Kralicek


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