Ein zweiter Schlag

Politik | Gerlinde Pölsler | aus FALTER 47/07 vom 21.11.2007

Justiz Ausgelacht, der Lüge bezichtigt, im Stich gelassen: Wie Polizisten und Beamte, vor allem aber Richter und Staatsanwälte mit geschlagenen Frauen umspringen.

Frau U. und ihr Mann waren bereits geschieden, lebten aber noch in der gemeinsamen Wohnung. Eines Nachts warf Herr U. seine Ex-Frau auf die Couch und bekundete seinen Wunsch nach Sex. Die Ex-Frau wollte nicht. Er schlug sie ins Gesicht und brach ihr die Nase. Bei dem Angriff riss ihr Armband, eine Perle davon wurde ihr ins Ohr gerammt. Sie schaffte es, die Polizei zu rufen, die ein Betretungsverbot über den Mann verhängte. Kurz darauf entschied die zuständige Bezirkshauptmannschaft Fürstenfeld: Die Beamten hätten ihn zu Unrecht weggewiesen, Frau U. könnte ja auch in eine Tür gelaufen sein. Der Mann dürfe zurück. "Eine kuriose Begründung", findet Erich Kundegraber, Leiter des Unabhängigen Verwaltungssenats (UVS), bei dem sich Frau U. beschwerte. Sie bekam Recht.

Der 25. November ist der Internationale Tag gegen Gewalt


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