Das unheimliche Glück

Politik | Florian Klenk | aus FALTER 47/07 vom 21.11.2007

AFFÄRE Stadt und Justiz ermitteln gegen den Glücksspielgiganten Novomatic. Es geht um Tausende Automaten, die Nöte Spielsüchtiger und um das Imperium eines milliardenschweren Fleischhauersohns, dessen Einfluss vom Wurstelprater bis nach Swasiland reicht.

Der Mörder ist wieder da. Abends gegen acht Uhr betritt er mit aufgestelltem Mantelkragen das Admiral-Ascot, das "traditionsreichste Wiener Wettcafé", in der Landstraßer Invalidenstraße. Er marschiert vorbei an Pensionisten und Arbeitslosen, die hier unter verspiegelten Decken und falschen Kristalllustern sitzen und auf Pferde wetten. Diesen höflichen Mann nennen sie "Mörder", weil er so gnadenlos spielt. Zwei Rentner grüßen ihn fast ehrfürchtig. Er nickt ihnen zu. Schnurstracks schreitet er zum "Gaminator", einem Spielautomaten der Firma Novomatic. Mit der einen Hand zückt er seine Zigaretten, mit der anderen die Geldbörse. Er schiebt den ersten Hunderter in den Schlitz und drückt die "Risiko"-Taste. Am Monitor blitzen unentwegt


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