Kein Geld für L.

Ingrid Brodnig | Politik | aus FALTER 47/07 vom 21.11.2007

UNIS Das "Liese-Prokop-Stipendium" sollte Flüchtlingen helfen. Jetzt sind Asylwerber unerwünscht.

Morgens lernt der junge Mann mit der bunten Winterjacke in der Wirtschaftsuniversität. Nachmittags besucht er einen Deutschkurs. Der Asylwerber L., der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, hat ein großes Ziel: Er will Jurist werden. "Ich möchte Deutsch lernen und mich hier integrieren", sagt der Tschetschene. Seit gut zwei Jahren wartet er auf einen positiven Asylbescheid. Die Wartezeit verbringt er mit Lernen: Geografie, Deutsch, Englisch.

Das ist nicht so einfach: Weil Asylwerbern der Zugang zum Arbeitsmarkt versperrt ist, können sie oft nicht die Studiengebühren von meist 727 Euro pro Semester bezahlen. Aus diesem Grund gab es für Lernfreudige wie L. Hilfe vom Innenministerium: das Liese-Prokop-Stipendium. Dieses Stipendium gibt es zwar bereits seit 1993, nach dem überraschenden Tod der ehemaligen Innenministerin Liese Prokop in der Silvesternacht 2006 wurde es aber nach

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