Fernsehen

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 47/07 vom 21.11.2007

Sympathisch blasse Menschen wandern durch dieses eigenwillig schöne nordische Licht. Sie haben etwas Depressives an sich, bleiben auch angesichts des Grauens zurückgenommen und sachlich - sie machen einen schweren Job. Kein Law-and-Order-Gehabe, keine Tränendrüse. Die Atmosphäre ist elegant düster und leicht unterkühlt. Die schwedische "Kommissar Beck"-Reihe (ZDF, So, 22 Uhr) zeigt ernsthafte Menschen bei ihrem Geschäft, dem Kampf gegen das Verbrechen. Hier plärrt einem das Grauen nicht entgegen, es kommt leise. In der Stille treffen einen Martin Becks Fälle noch härter. Wie die Geschichte der beiden 15-jährigen Mädchen, die unter mysteriösen Umständen von einem Zug zerfetzt wurden. Die Ermittlung bringt Finsteres ans Licht: ein kranker Typ, der Teenager übers Internet anlockt und missbraucht; ein Trainer, der seine Schützlinge vergewaltigt; ein krimineller Teenager, der die Exfreundin fertigmacht; und Eltern, die nichts von ihren verzweifelten Mädchen wissen. Am Ende haben die Ermittler ihre Arbeit getan. Und ringen mit dem Mitgefühl, das ihre Aufgabe nur noch schwieriger macht.


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