Kommentar

Kultur in Wien: Eine Stadt. Ein Fluch

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 47/07 vom 21.11.2007

Immer ist grad irgendwas! Nie kann man in Wien verschnaufen: Kaum ist die Viennale vorbei, kommt auch schon Wien Modern, dann die Buchwoche und danach schon die zwei Monate währende Hitchcock-Gesamtwerkschau im Filmmuseum - von dem, was an Aufführungen, Ausstellungen, Konzerten, Lesungen und Retrospektiven tagtäglich angeboten wird, einmal ganz abgesehen. Und daneben wollte man ja auch mal Gansl essen gehen oder sich karitativ mit Punsch betrinken.

Es wäre natürlich lächerlich, sich über das dichte Kulturangebot zu beschweren. Außerdem ist, Hand aufs Herz, die Menge der Konsumenten, die mit dem Leuchtstift in der Hand die Programme der Wochen- und Tageszeitungen durchforsten und dann in suizidale Krisen geraten, weil sie sich zwischen Konzertsaal und Off-Theater, Programmkino und Literaturhaus, Tanzquartier und Galerie nicht zu entscheiden vermögen, sehr, sehr überschaubar. Zum einen reagieren viele potenzielle Kulturkonsumenten auf die Vervielfältigung der Nutzungsmöglichkeiten


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