Was bisher geschah: 30 Jahre Schauspielhaus

Kultur | aus FALTER 47/07 vom 21.11.2007

Andreas Beck ist der fünfte Direktor in der beinahe dreißig Jahre langen Geschichte des Schauspielhauses. Ein kleiner Abriss zur Vergangenheit der wichtigsten Off-Bühne der Stadt.

1978-1986: Ära Hans Gratzer I Mit Jean Genets "Der Balkon" wurde am 4. Mai 1978 im ehemaligen Heimatkino in der Porzellangasse 19 das Schauspielhaus eröffnet; Direktor Hans Gratzer hatte zuvor mit einer freien Gruppe (Werkstatt) Erfolge gefeiert. Auf dem Programm standen zwar auch zeitgenössische Stücke, die Publikumsrenner aber waren Klassiker ("Hamlet", "Othello") und Musicals ("Rocky Horror Show", "Piaf"). Als Claus Peymann Direktor des Burgtheaters wurde, war die Party vorbei.

1987-1990: Ära George Tabori Der ungarisch-britisch-jüdische Regisseur George Tabori, dem aus Deutschland der Ruf eines Theatergurus vorauseilte, taufte das Schauspielhaus in "Der Kreis" um und wollte hier an seine Theaterlaborzeiten aus den Siebzigerjahren anschließen. Das Experiment scheiterte unter anderem daran, dass der Chef lieber am Akademietheater inszenierte.

1991-2001: Ära Hans Gratzer II Auf Tabori folgte wieder Hans Gratzer. Das Schauspielhaus hatte sich jetzt ganz der Gegenwart verschrieben, eröffnet wurde mit einem Stück des damals noch unbekannten Werner Schwab. Das Theater wurde international geschätzt, vom Publikum aber selten gestürmt. Gratzer nahm verschiedene Kurswechsel vor, am Ende wurde Oper gespielt.

2001-2007: Ära Berg/Kosky Der Wiener Airan Berg und der Australier Barrie Kosky verpassten dem Schauspielhaus ein Multikultikonzept. Der Spielplan war ein Mix aus Eigenproduktionen und internationalen Gastspielen, aus Schauspiel, Puppen-, Musik- und Tanztheater. Das Problem: Es gab zwar herausragende Produktionen, aber spätestens mit Koskys Abgang 2005 fehlte dem Schauspielhaus die Linie.


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