Ohren auf

Spannendes Debüt

Kultur | Carsten Fastner | aus FALTER 47/07 vom 21.11.2007

Allzu häufig kommt es nicht vor, dass die Wiener Philharmoniker halbwegs aktuelle Musik spielen. Bei Wien Modern ist es demnächst wieder so weit, da sind sie mit zwei Klassikern des späten 20. Jahrhunderts von Witold Lutoslawski ("Konzert für Orchester", 1954) und Luciano Berio (die großartige 68er-Reaktion "Sinfonia") zu hören - und mit dem Cellokonzert (2003) des diesjährigen Festival-Hauptkomponisten Georg Friedrich Haas.

Haas arbeitet darin, wie zumeist, mit Mikrointervallen und Obertonspektren. Diese ausgesprochen klangsinnliche Technik gehört kaum zu den Kernkompetenzen des Luxusorchesters, obwohl es mit seiner ausgeprägten Klangkultur dafür prädestiniert wäre. Umso mehr Erfahrung mit der Mikrotonalität hat der Dirigent Jonathan Nott, ein ausgewiesener Experte für zeitgenössische Musik.

Auch darüber hinaus dürfte das philharmonische Debüt des 45-jährigen Briten spannend werden. Nott ist eine der raren wahren Integrationsfiguren der noch immer unsinnig klar getrennten


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