Heiße Luft für alle!

Kultur | Joachim Schätz | aus FALTER 47/07 vom 21.11.2007

FILM Robert Redford doziert, Leonardo DiCaprio mahnt, Reese Witherspoon leidet: Hollywood ist wieder mal total politisiert. Das Vertrauen in Medium und Publikum ist im aktuellen US-Besinnungskino trotzdem eher gering.

Ein Blick zurück auf die letzten beiden Kinojahre lehrt: Die vielbeschworene Politisierung Hollywoods im Zuge von 9/11 und "the war on terror" ist ein zyklisches Phänomen. Jeden Herbst, wenn das Blockbusterangebot ausdünnt und die Oscars nahen, bricht in den US-Kinos die Stunde der Bekenntnisse an. Es wäre einigermaßen kindisch, deswegen Impetus und Aufrichtigkeit von "Rendition", "Lions for Lambs" oder "The 11th Hour" von vornherein in Abrede zu stellen: "Meine Güte, die drehen ja Filme für Geld!" Aber an der heurigen Herbstkollektion geopolitischer Problemfilme ist nicht zu übersehen, wie sehr das Kalkül preisverdächtiger, pietätvoller Betroffenheit die Ansätze politischer Analyse überwuchert.

Die Filmstoffe sind nach den historischen Ausweichmanövern der letzten


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