Paradiesisches Ikea

Kultur | Jan Tabor | aus FALTER 47/07 vom 21.11.2007

ARCHITEKTUR Josef Frank (1885-1967) verfügte über jüdischen Humor, britische Ironie und die nötige Liberalität, um das Ikea-Prinzip zu erfinden.

Die österreichische Moderne ist eine gekränkte Moderne. Beleidigt wurde sie vor allem von Josef Frank, der kongenial das fortsetzte, was Adolf Loos begonnen hatte: die Wiener Neigung zum ästhetischen Dogmatismus zu demontieren. Die Gekränkten in Wien wussten sich zu wehren. Loos bekam keine Aufträge und starb in Wien als Ehrenpensionist der tschechoslowakischen Republik. Frank, der international meistgeschätzte österreichische Architekt der Zwischenkriegszeit, wurde von seinen austrofaschistisch sich gebärdenden Gegnern, namentlich von Josef Hoffmann und Clemens Holzmeister, unfair bekämpft, verhöhnt und letzten Endes vertrieben.

In Schweden, wohin er 1933 mit seiner schwedischen Frau Anna Sebenius ins Exil ging, wurde er geschätzt und gebraucht: Seine Mitarbeit bei der Designfirma Svenskt Tenn wird gleichgesetzt mit dem Entstehen


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