Buch der Stunde

Iren ist menschlich

Kirstin Breitenfellner | Kultur | aus FALTER 47/07 vom 21.11.2007

Wer Erzählungen normalerweise nicht allzu viel abgewinnen kann, weil sie schon wieder zu Ende sind, wenn man gerade richtig begonnen hat, sich für die Sache zu interessieren, dem sei "Tod des Professors" ans Herz gelegt. Diese Erzählungen von William Trevor sind kleine Romane mit dem Vorteil, nicht so viel Lese- und damit auch Lebenszeit zu verschlingen. Sie eröffnen auf kaum zwanzig Seiten ganze Kosmen; wobei mit Kosmen hier die irischen Landsleute gemeint sind, denen Trevor aus der "Außen"-Perspektive seiner englischen Wahlheimat und mit einem ganzen Menschenleben an Erfahrung im Gepäck (nächstes Jahr feiert er seinen achtzigsten Geburtstag!) kleine Denkmäler setzt.

Vom protestantischen Pastor, der plötzlich Besuch von seinem katholischen Kollegen bekommt, über die Heiratsschwindlerin, die sich wahrscheinlich doch noch in den schweigsamen Putenzüchter verliebt hat, über den titelgebenden Professor, der gar nicht tot ist, sondern aufgrund eines makaberen Schabernacks seinen

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