Kritik kurz

Kultur | aus FALTER 47/07 vom 21.11.2007

Congo River: Beyond Darkness Als ob man im falschen Film sitze, beginnt dieser, ganz unvermittelt, mit einer Szene in Schwarzweiß: "Das ist Ihre Geschichte", bekommt Henry M. Stanley von seinem Redakteur da zu hören, "eine richtige Geschichte." Und also begibt sich der von Spencer Tracy gespielte Journalist und Abenteurer in Henry Kings politisch höchst unkorrektem "Stanley and Livingstone" (1939) auf die Suche nach dem in Afrika verschollenen Missionar. "Congo River", der neue Film des belgischen Dokumentaristen Thierry Michel, beschreibt eine Reise entlang des mächtigstes Flussgebiets der Welt bis zu seinen Ursprüngen. Dabei ist der Weg schon das Ziel, nicht etwa ein "Herz der Finsternis" (Joseph Conrad). Michel filmt, was er sieht: den Fluss und vor allem die Menschen, die an seinen Ufern leben oder auch sterben - dazwischen tauchen, wie aus dunkler Vergangenheit, momenthaft klischeegewordene Bilder auf, wie sie das Kino der europäischen Kolonialmächte viele Jahrzehnte lang von


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