Stadtrand

Artsy-fartsy

Stadtleben | aus FALTER 47/07 vom 21.11.2007

Natürlich ist es überaus reaktionär, zeitgenössischer Kunst mit Aussagen zu begegnen wie "Das könnte meine fünfjährige Tochter auch" oder "Was das wieder kost hat". Oder ganz provokant zu fragen: "Soll das etwa Kunst sein?" Wie böse, und bei Freunden, die möglicherweise Kunstgeschichte studiert haben oder Museumsdirektorin sind, macht man sich damit auch nicht interessanter. Doch was tun, wenn man beginnt, bestimmte Konzepte nicht mehr nachvollziehen zu können? Im Wiener Museum moderner Kunst (das heißt ja schon so!) zum Beispiel. Auf den dortigen, elegant designten Männertoiletten sind die Urinale mit einer unleserlichen Signatur versehen. Aha, Kunst! Und eines der beiden Sitzklos schaut so aus, als hätte dort jemand einen sehr fragwürdigen Stoffwechsel gehabt. Zumindest war das letzten Donnerstag so, kein schöner Anblick. Da überlegt man sich, ob es hilfreich wäre, das Aufsichtspersonal auf die "Installation" im Herren-WC anzusprechen. Doch wie beginnen? Am besten mit der Frage: "Wie heißt denn der unbekannte Künstler?" Oder wäre das jetzt zu kunstszenig, zu artsy-fartsy? C. W.


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