Knecht

Aus dem Eck kommst du nicht mehr raus

Politik | aus FALTER 48/07 vom 28.11.2007

Also gehe ich zur Adventseröffnung in die "Kabine". Und zwar, obwohl mir der Grätzlfaschismus der Leopoldstädter extrem auf den Sack geht. Leopoldstädter verlassen ja ihren Bezirk wenn irgendwie möglich nie, was nicht einfach ist, weil es dort in Wirklichkeit außer dem Karmelitermarkt, zwei bis drei Gasthäusern, einem Donaukanalufer und einer Handvoll lässiger Läden nicht viel gibt. Super Grünraum, schön und gut, aber das kann ja wohl in einer Großstadt nicht alles sein. Wenn ich super Grünraum will, zieh ich aufs Land. Trotzdem gehe ich in die "Kabine", einem lässigen Laden in der Karmelitergasse, und zwar weil ihre Mitbesitzerin mir über Dritte Drohungen übermitteln ließ, in denen die Wörter "Kopf", "abreißen", "persönlich", "wenn", "du" und "nicht" vorkamen. Es ist sehr unterhaltsam dort, und bevor ich wieder heim nach Restwien fahre, erstehe ich eine riesige güldene Schneiderschere, die mich ein wenig glücklich macht.

Und dieses bisschen Glück kann ich gut brauchen.

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