Fernsehen

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 48/07 vom 28.11.2007

Es war vergangene Woche, beim "Das große TV Total Turmspringen 2007", da kam diese bittere Erkenntnis: Die Pro7-Allzweckwaffe Stefan Raab ist Thomas Gottschalk ohne Dauerwelle. Früher, da war Raab ein geniales Lästermaul mit einem Hang zum lässigen Anti-Establishment. Heute ist er als Entertainer nur noch ein Abklatsch seiner selbst. Doch selten in der TV-Unterhaltungsgeschichte war der stetige intellektuelle und menschliche Abstieg eines Entertainers gleichzeitig mit einer derart effektiven Vermarktungsmaschinerie verbunden. Was Raab anfasst, wird zu einem Haufen Geld, egal wie blöd das Format ist. Ob er sich eben mit Semipromis in Badehosen vom Sprungbrett wirft, auf einem Wok durch den Eiskanal donnert, sich von Boxerinnen verhauen lässt oder beim Stock-Car-Rennen Autos zerlegt, Raab kennt keinen Genierer, wenn es ums Geldverdienen geht. Dabei wird sein Erfolgsrezept offensichtlich: Kein Mensch in der Branche ist so von Ehrgeiz getrieben wie Stefan Raab. Damit schafft er es vielleicht zum neuen "Wetten, dass ...?"-Onkel. Gegen den großen Harald Schmidt hat er aber schon lange verloren.


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