Reif für Reich?

Kultur | Nicole Scheyerer | aus FALTER 48/07 vom 28.11.2007

AUSSTELLUNG Esoterischer Freudomarxist oder Pionier der körperorientierten Psychotherapie? Das Jüdische Museum widmet sich dem Psychoanalytiker und Sexualforscher Wilhelm Reich.

Meinen Vater beleidigt die Vergewaltigung der Analyse ins Politische, wo sie nicht hingehört", schrieb Anna Freud in einem Brief 1933, in dem sie den Ausschluss des Mitglieds Wilhelm Reich aus der Psychoanalytischen Vereinigung befürwortete. Dabei hatte alles so vielversprechend begonnen: Bereits mit 23 Jahren schaffte der Medizinstudent aus Galizien die Aufnahme in Freuds Analytikerverein, in dem er schnell zu einer der treibenden Kräfte wurde. Nach wenigen Jahren Praxis legte der ehrgeizige Arzt sein Buch "Zur Funktion des Orgasmus" vor. In einer Ausstellung anlässlich von Reichs fünfzigstem Todestag präsentiert das Jüdische Museum erstmals Dokumente aus dem Nachlass, der bis heuer gesperrt war. Reich selbst hatte diese Frist in der Hoffnung verhängt, dass die Menschheit 2007 für seine Theorien endlich


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