Buch der Stunde

Trümmerfrauen

Kultur | Gudrun Braunsperger | aus FALTER 48/07 vom 28.11.2007

Tschetschenen machen in Österreich in den letzten Jahren den höchsten Anteil an anerkannten Asylwerbern aus. In ihrer kaukasischen Heimat leiden sie nach wie vor unter sogenannten antiterroristischen Operationen. Das sind "Säuberungen" durch russische Militärs, die das Russland Putins nicht unter Kontrolle hat, oder aber durch Kriegsgewinnler im Umfeld der moskautreuen Führung von Tschetscheniens Präsident Ramsan Achmatowitsch Kadyrow. Viele Tschetschenen sehen die Flucht nach Europa als einzigen Ausweg: Ihre Häuser sind vielfach zerbombt, die Männer und Söhne sind entweder tot oder leben im Untergrund, nachdem sie gegen Lösegeld freigekauft wurden, und die Frauen und Töchter wurden vergewaltigt.

Die Medien berichten spärlich über den Alltag in der Krisenregion, denn die freie Recherche ist in einem Land der kontrollierten Medien sowohl schwierig als auch höchst riskant. Entsprechend wenig ist über die Menschen, die in Österreich eine neue Heimat suchen, und über das Selbstverständnis


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