Den Wind im Gesicht

Kultur | Ernst M. Binder | aus FALTER 48/07 vom 28.11.2007

THEATER Die Klimaanlage jault, draußen ist Grönland, und Rudi schläft. Ein Erfahrungsbericht nach vierzig Aufführungen von "Hamlet" in der Provinz.

Eine denkbar einfache Idee. Man nehme eine tragische Figur aus der Theater-Welt-Literatur, entkleide sie vollkommen und stelle sie als Projektionsfläche auf die Bühne. Da gibt es einen Darsteller, Rudi Widerhofer, der das Übermalt-Werden aushalten muss. Und da ist ein Raum, in dem wir den weltfremden, verwirrten Träumer aussetzen. Und es sollte kein Theaterraum sein. Es sollte ein Raum sein, in dem man einer so berühmten Figur üblicherweise nicht begegnet. Jeder kann sich selbst sein Bild machen.

Für die Premiere im Oktober 2005 wählten wir deshalb das Hinterzimmer eines Gasthauses in Feldkirchen bei Graz. Dort, wo bei Faschingsbällen die Kinder gezeugt werden, nach Beerdigungen der Schmerz über den Tod eines Nachbarn oder Familienangehörigen oder Freundes weggegessen und -getrunken wird, wo der Gemeinderat tagt, dort also, wo Leben


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