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Politik | Florian Klenk und Barbara Tóth | aus FALTER 49/07 vom 05.12.2007

GESPRÄCH Justizministerin Maria Berger (SPÖ) erzählt, wie der Kanzler sie beim Asylgerichtshof überrollte, wie sie sich als Bauerntochter nach oben kämpfte - und warum Österreich höhere Strafen für Folter braucht. Mayonnaisegelbe Thonet-Fauteuills, ein futuristisches Stiegenhaus, ein ozeanblauer Teppichboden. Als Christian Broda, Kreiskys Justizminister, die Welt des Rechts reformierte, gestaltete er auch das Justizministerium neu. Die futuristischen Möbel sind heute abgesessen, der Teppichboden ist entsorgt. Maria Bergers Büro strahlt nur noch den Abglanz der Siebzigerjahre aus. Dunkle Holzvertäfelung, funktionalistische Glasluster so groß wie Lastwagenräder und eine braune Ledercouch. Berger ist begeistert von Broda, sie hat ihm eine Vitrine gewidmet. Sie zitiert sein Motto, das Recht solle auch die Schwachen schützen. Hält sie diese Grundsätze wirklich hoch?

Falter: Frau Justizministerin, hört der Kanzler noch auf Sie?

Maria Berger: Wenn es um mein Ressort geht, sicher.


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