Die nächste Generation

Politik | Barbara Tóth | aus FALTER 49/07 vom 05.12.2007

RELIGION Eine Gruppe junger Juden will die Wiener Kultusgemeinde verändern. Statt Shoah soll der Stolz, jüdisch zu sein, im Vordergrund stehen.

Wären sie zu den Nationalratswahlen angetreten, sie wären die Sensation. Welche Partei schafft es, drei Monate nach ihrer Gründung beim ersten Testlauf mit minimaler Infrastruktur aus dem Stand 9,16 Prozent der Stimmen zu bekommen? Noch dazu mit einem Programm, das im Wesentlichen aus einem Punkt besteht: Wir wollen die Stimme der Jugend sein.

Der jungen, liberalen Liste Gesher gelang dieses Kunststück bei den kürzlich durchgeführten Vorstandswahlen der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG). Sie war damit die einzige Überraschung eines ziemlich mauen Wahlkampfs, der von der sicheren Wiederwahl des aktuellen IKG-Präsidenten Ariel Muzicant geprägt war. Der Erfolg Geshers signalisiert nicht nur einen Generationenwechsel innerhalb der jüdischen Gemeinde in Wien, sondern auch eine Perspektivenveränderung. Es sind die Enkel der Kriegsgeneration,

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