Fernsehen

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 49/07 vom 05.12.2007

Wer sich die deutsche Bambi-Gala vergangene Woche angeschaut hat, weiß: alles genauso jenseits wie die hiesige Romy-Verleihung, aber mit echtem Promipersonal. Es ist dieser Hauch von Glamour, der den Österreicher vom Deutschen trennt - ich sage nur Tom Cruise bekommt vom enthusiasmierten FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher den "Courage"-Bambi in die Hand gedrückt und hält eine durchgeknallte Scientology-Predigt über Tapferkeit und Leistungswillen. Das ist bizarres Hollywood, so was kriegen wir nicht hin. Ansonsten werden Greise mitleidlos auf die Bühne gezerrt (diesmal der 103-jährige Johannes Heesters), gut zurechtgeschnittene Altdiven für ihre korrekt gelifteten Busen gepriesen (diesmal Sophia Loren) und immer dieselben Schauspieler ausgezeichnet. Aber hingehen musst du trotzdem, sonst bist du beim Veranstalter, dem einflussreichen Burda-Verlagshaus, unten durch. Doch eines haben uns die Deutschen voraus: Harald Schmidt als Galamoderator, das hat Stil. Der Mann macht sich übers Publikum genauso lustig wie über sich selbst. Und er bringt die Veranstaltung auf den Punkt: Wir sind alle Nutten.


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