"Der Osten hat uns zerstört"

Erich Klein | Kultur | aus FALTER 49/07 vom 05.12.2007

LITERATUR Mircea Cartarescu ist einer der spannendsten Schriftsteller Rumäniens. Ein Gespräch über die Zerrissenheit seiner Heimat, über Ceaus¸escu als Dracula und über Cartarescus Liebling Robert Musil. Mircea Cartarescu ist kein Kind von Bescheidenheit. Der 1956 in Bukarest geborene Prosaautor, Lyriker und Essayist hat bis jetzt nicht weniger als 25 Bücher veröffentlicht. In dem soeben erschienenen Essayband "Europa hat die Form meines Gehirns" (2007) steckt er die Koordinaten seines Europa folgendermaßen ab: "Was war Europa für Rimbaud? Ein feuchter Tümpel, wo sein trunkenes Schiff im reaktionären, chauvinistischen Schlick stranden musste. Mallarmé wünschte sich, weit weg zu rennen, nachdem er zunächst alle Bücher zu lesen versucht hatte, um die Traurigkeit seines Fleisches zu lindern."

Die Liste der Referenzen reicht von Homer bis Dante, von Rabelais bis Kafka, von Bulgakow bis Virginia Woolf. Cartarescus von apokalyptischen Metaphern durchsetztes Schreiben ist dennoch

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