Schmetterlinge im Eis

Kultur | Erich Klein | aus FALTER 49/07 vom 05.12.2007

REZENSION Mircea Cartarescus "Die Wissenden" ist der erste Teil einer Roman-Trilogie, ein bildgewaltiges und traumgetriebenes Opus über Bukarest im 20. Jahrhundert.

Die Frage kommt immer wieder: "Vielleicht ist ja der Kern dieses Buches nichts anderes als ein apokalyptischer, blendender, gelber Schrei." Das ist nur eine aus dem tobenden Heer von Metaphern, die Mircea Cartarescu in bohrender Selbstbefragung auf den 530 Seiten seines Romans "Die Wissenden" vorbeidefilieren lässt, um die Wahrheit über Gott und die Welt zu finden. Und vor allem über sich selbst, den "spindeldürren, kränklichen Jungen", der nächtelang "durch das dreiteilige Panoramafenster meiner Wohnung an der Stefan-cel-Mare-Chaussee auf Bukarest" hinausschaut.

Da ist einmal die Krankengeschichte des 16-jährigen Erzählers, der in den 1970er-Jahren in die neurologische Abteilung des städtischen Krankenhauses eingeliefert wird und den Schwestern in den Ausschnitt gafft: "Ich stieg hinab ins skythenähnliche Delirium",


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