Buch der Stunde

Tragikomisch

Kultur | Martin Becker | aus FALTER 49/07 vom 05.12.2007

Feltzer ist in erster Linie ein Choleriker mit komischem Vornamen. Seine Frau Louise ist in erster Linie langsam. Sehr langsam. Sie sitzt auf dem Sofa, zwischen Reiseführern und Fotobänden von fernen Ländern, während ihr Mann auf der Pferderennbahn ihre gesamten Ersparnisse verwettet, Fahrgäste aus seinem Taxi wirft und manchmal nur für seine Handvoll Stoffgiraffen auf der Rückbank durch die Kölner Innenstadt kurvt. Die Figuren und Situationen, die Guy Helminger in seinem ersten Roman vorführt, sind seltsam, komisch und grotesk. Man kann sich auf hohem Niveau amüsieren. Beispielsweise über Claudia, die für Feltzer Taxi fährt und den Rest der Zeit manisch durch die Supermärkte zieht, um Lebensmittel zu finden, die genau an ihrem Geburtstag ablaufen. Oder über ihren Freund, Klischeekünstler, der die Ermordung seiner eigenen Eltern erfindet, um sich interessant zu machen. Aber dann gibt es echte Tote. Und der skurrile Kosmos kippt nach und nach ins Tieftraurige.

Schon in seinem


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