Drapierte Flammen

Kultur | Joachim Schätz | aus FALTER 49/07 vom 05.12.2007

FILM Bereits zum dritten Mal versucht sich Jacques Rivette an einem Balzac-Stoff - und ist bei einer ziemlich eigensinnigen Form von Werktreue angelangt.

Eine Viertelstunde vor dem Ende macht der Film noch einmal kurz Tabula rasa: Auf ein weißes Blatt skizziert eine flinke Hand mit wenigen Kohlestiftstrichen die Umrisse eines Klosters. Dann, zum Vergleich, das echte Kloster auf einem Felsen über dem Meer. Dieser Moment weckt nicht nur Erinnerungen an die ausführlichen Zeichensessions im Zentrum von Jacques Rivettes letzter Balzac-Verfilmung "Die schöne Querulantin" (1991), sondern verdichtet auch ästhetische Haltung und ökonomische Wirklichkeit seiner neuesten Arbeit: "Die Herzogin von Langeais" ist ein Kostümfilm im Zeichen der Sparsamkeit.

Für ein ambitioniertes Wunschprojekt, angesiedelt in der Gegenwart, konnte Rivette nicht genügend Mittel lukrieren, also hat er einen preisgünstigeren Stoff für die bereits verpflichteten Stars Jeanne Balibar und Guillaume Depardieu gesucht


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