Stadtrand

Marken-Uhren

Stadtleben | aus FALTER 49/07 vom 05.12.2007

"Unaufdringlich", hat es geheißen. Unaufdringlich soll das Logo der Wiener Städtischen auf den Ziffernblättern der bekannten Wiener Würfeluhren prangen. Im Austausch für 550.000 Euro, mit denen die Versicherung ein Jahrzehnt lang Renovierung und Erhalt der nützlichen Stadtmöbel sponsert. Viel Geld? 550.000 Euro, dividiert durch zehn Jahre zu je zwölf Monaten, dividiert durch 72 zu restaurierende Würfeluhren zu je vier Ziffernblättern. Ergibt 16 Euro pro Monat und Ziffernblatt. Kein schlechtes Geschäft für einen derart exponierten Werbeträger. Die Präsentation der ersten gebrandeten Würfeluhr beim Ringturm zeigte zudem, dass das Wörtchen "unaufdringlich" recht weit definiert werden kann: Der Schriftzug der Firma reicht ziffernblattbreit von neun bis drei. Rechts oben prangt das Blumenlogo der Versicherung. Ihr Auftritt gibt den alten Uhren ein ganz neues Gepräge. Ähnlich wie bei den zugepflasterten U-Bahn-Stationen und den werbebepickten Straßenbahnen. Oder den Riesenplakaten auf Stephansturm und Staatsoper. Wer schützt uns eigentlich vor visuellem Müll? Die Wiener Städtische offenbar nicht. J. G.


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