Spielplan

Kultur | Hermann Götz und Gregor Schenker | aus FALTER 49/07 vom 05.12.2007

Sorry wegen des Hustens. Das war nicht gegen das Stück gerichtet, es kam von einer angeschlagenen Gesundheit. Und es war umso peinlicher, weil sich an diesem Premierenabend eine ganze Menge pensionierter Altphilologen zur Probebühne des Schauspielhauses verirrt hatte. Die schlugen sich wacker, hüstelten nur ab und zu total dezent. Offensichtlich hat's dem Fachpublikum gefallen, wie Ingo Berk Sophokles' Oedipus in einen flotten Text verwandelt, der den Darstellern locker von den Lippen perlt, als gäb's bei den ins Deutsche übertragenen Versen keinen Hinkefuß. Berk stellt die berüchtigte Ur-Tragödie als Kammerspiel ins Besprechungszimmer eines Konzernchefs aus den Fünfzigern, dessen Teppichboden und Samtvorhänge die Härte des Schicksals verhüllen (Bühne und Kostüme: Damian Hitz). Es gibt in dieser Inszenierung kaum eine ironische Hintertür, der Regisseur vertraut dem rund 2500 Jahre alten Text. Dazu braucht es Darsteller, die das ebenso können, die sich der sprichwörtlichen


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