Vor 20 Jahren im Falter

Vorwort | aus FALTER 50/07 vom 12.12.2007

Krise im Hause Falter. Gerade hatten wir uns noch über die Führungskrise im benachbarten profil lustig gemacht, da ergab sich für dieses Magazin die Chance zu der aus journalistischer Sicht erfreulichsten Fahrgelegenheit: zur Retourkutsche. Freddie Kräftner hieß der Kutscher. Er nannte seinen profil-Text "Fallt er?", eine eher nicht rhetorisch gemeinte Frage.

Auf sowas hatte man zu reagieren. Also posierten Mischa Jäger und ich mit einem Falter (er) und einem aufgeschlagenen profil (ich), das Kräftners Artikel zeigte. Das Bild illustrierte meine unter dem Titel "Don't Falter" erschienene Antwort (Falter war in einer Anmerkung übersetzt mit: schwanken, zögern; stolpern, straucheln; stolpern, stammeln), aus der zu zitieren hier erfreulicherweise wenig Raum bleibt.

Ich schrieb unter anderem: "Wo Kräftner recht hat, hat er recht:, Vorbei die Pionierzeiten mit Vollversammlungen und dem hehren Ideal der Mitbestimmung.' Ach, die gemeinsame Urlaubswoche! Grausame Betriebsberater haben sie gestrichen. Vorbei das Lagerfeuer, das Rauschgift, der Gruppensex und all die Lieder zur Gitarre!

Ja, wir haben versucht,, diffizile und zeitgeistige (so sehr wir Falter dieses Wort hassen) Strömungen im richtigen Moment festzumachen', aber, Gott weiß es, sie haben sich losgerissen und sind davongeströmt, an all den Warteschlangen bei den Zeitschriftenhändlern vorbei, zu Burda, Bauer, Falk und Dichand und ein bisschen auch zum profil."

Und so weiter. Die gute Laune ließen wir uns von dem bisschen Krise nicht vermiesen. Schließlich hatte selbst Kräftner am Ende geschrieben: "Das gibt zur Hoffnung Anlass." Damit hat er dann doch recht behalten. A. T.


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