Tod oder Taufe

Politik | Robert Misik | aus FALTER 50/07 vom 12.12.2007

RELIGION In einer monumentalen Studie plädiert der Kirchen- historiker Arnold Angenendt für eine Neubewertung des Christentums als tolerant und menschlich.

Es ist ein erbitterter Streit, der da in den Geisteswissenschaften tobt: Ob die Religionen grundsätzlich gut oder eher schlecht sind; ob nicht gar der Monotheismus eine eigentümliche Unduldsamkeit, die Unterscheidung in wahren und falschen Glauben eingeführt hat, deren Folge eine ununterbrochene Gewaltgeschichte war; und ob schließlich die liberalen Demokratien des Westens das christliche Erbe als Fundament benötigen oder ob die Religionen weitgehend aus dem öffentlichen Spiel rausgehalten werden müssen.

Gerade eben haben sich der deutsche Sozialphilosoph Jürgen Habermas und sein italienischer Kollege Paolo Flores d'Arcais ein kleines Scharmützel in der Zeit geliefert. Die "Hilfe" der Religion für den Zusammenhalt demokratischer Gesellschaften sei eine "bedrohliche Hilfe", so Flores d'Arcais: "In der Regel ist die Religion


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