Zehn Jahre am Zug


Nina Horaczek
Politik | aus FALTER 50/07 vom 12.12.2007

GRÜNE Alexander Van der Bellen feiert Dienstjubiläum. Mit dem "Alten" an der Spitze haben die Grünen die FPÖ überholt. Bleibt die Frage: Wofür steht der Professor eigentlich?

Wer das Verhältnis der Grünen zu ihrem Parteichef verstehen will, der sollte am besten Sigmund Freud lesen. Vom großen Übervater, den man manchmal töten muss, um sich weiterzuentwickeln. Was man aber nicht wagt, weil Überväter unantastbar sind.

Vatermord? Alexander Van der Bellen kann diesen Gedanken nachvollziehen, "ein bisschen" zumindest. "Ich verfüge bei den Grünen über eine gewisse Reputation, sonst hätten sie mich nicht so lange geduldet", sagt der 63-Jährige, "und da kann es schon sein, dass Kritik gegen mich ein bisschen schwieriger geworden ist." Scherzhaft fügt er ein englisches Sprichwort an: "Wenn du den König angreifst, gehe sicher, dass du ihn auch tötest."

Vor genau zehn Jahren, am 13. Dezember 1997, übernahm der Volkswirtschaftsprofessor eine völlig zerstrittene Partei. Ein Parteichef

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