Presseschau

Medien | Nina Horaczek | aus FALTER 50/07 vom 12.12.2007

Jetzt, wo das Jahr zu Ende geht, wird es Zeit für eine Bilanz. Was war die größte Medienlüge 2007? Mein momentaner Favorit ist "Österreich ist leider schon vergriffen". Das stand bis vor kurzem auf der Miniausgabe von Österreich, mit der einen die Kolporteure an den öffentlichen Zeitungsverteilplätzen jagten. Es war aber nicht vergriffen, sie hatten noch Stöße davon. So unverschämt, da müssten die Pinocchio-Nasen der Fellners von der Österreich-Redaktion am Karlsplatz bis zum Stephansdom reichen. Diese Notlüge hat für Österreich den praktischen Effekt, dass die Zeitung zusammen mit der extrem abgeschlankten "Ausverkauft"-Version eine höhere Auflage vorweisen kann. Das ärgert zwar jene, die auf eine funktionierende Auflagenkontrolle hoffen, freut aber das Fellner'sche Geldbörsel. Kurz vor Weihnachten hat sich aber doch das schlechte Gewissen gemeldet: Am Schottentor verteilte am Montag eine Frau wieder ein richtig dickes Gratis-Österreich - und legte auch gleich das Konkurrenzblatt Heute dazu! Wer noch bessere Lügenmeldungen des Jahres kennt, bitte per Mail an horaczek@falter.at.


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