Fernsehen

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 50/07 vom 12.12.2007

Die Natascha-Kampusch-Story geht weiter. Aber keine Panik, die junge Frau, die acht Jahre lang im Keller gefangengehalten wurde, wird nicht schon wieder von Christoph "Ich bin sensibel und ein Sozialarbeiter" Feurstein interviewt. Sein bemühtes "Wollen Sie darüber reden?" hat Kampusch wahrscheinlich auch schon genervt - klar will sie sprechen, was sie sagt und was nicht, wurde schließlich vor jedem Gespräch genau ausgemacht. Doch jetzt nimmt die 19-Jährige ihre Medienauftritte selbst in die Hand und bekommt dafür eine eigene Sendung auf Puls 4. Ab nächstem Jahr soll sie dort Gespräche mit "außergewöhnlichen Persönlichkeiten" führen. Wie gespenstisch ist das denn? Natascha Kampusch hat einen Albtraum hinter sich, den man nicht in Worte fassen kann, ganz Österreich kennt ihr Gesicht, die Leute starren sie in der U-Bahn an, sind lüstern nach Klatsch aus ihrem Privatleben - und dann begibt sie sich mit so einer Fernsehsendung noch mehr in die Auslage. Will sie den Leuten so viel Kampusch geben, dass sie die Lust an ihrem Schicksal verlieren? Oder ist das ein etwas eigenwilliges Konzept von Psychotherapie?


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